Salepzeit

Wer nur im Sommer in die Türkei reist, dem entgehen ein paar kulinarische Besonderheiten.
Eine davon ist Salep, ein typisches Wintergetränk, das wärmt und lecker schmeckt.
Es muss nicht immer Glühwein sein.

Der Sommer ist vorbei, die Heizung läuft, es ist windig, verregnet und kalt. Auch in Istanbul ist nicht immer schönes Wetter, zumindest war die letzte Woche ziemlich usselig und ungemütlich. Da ich aber zu den Menschen gehöre, die immer nach den positiven Seiten im Leben suchen, habe ich mir zum Aufwärmen eine Tasse Salep gemacht. Lecker!
Salep mit Zimt

Salep ist ein Getränk, das aus Saleppulver, Zucker und heißer Milch angerührt wird. Die Milch wird durch das Pulver cremig und süß und je nach persönlichem Geschmack mit Zimt, gehackten Nüssen oder Pistazien verfeinert. Eine köstliche Tasse Salep an kalten Tagen wärmt von innen und macht angenehm satt und zufrieden.

Doch was ist das eigentlich? Salep ist ein Verdickungsmittel, das aus den Wurzelknollen wild wachsender Orchideen gewonnen wird, ein uraltes Rezept, das sich in der osmanischen Welt großer Beliebtheit erfreute. Auch heute ist es in arabischen Ländern und der Türkei ein populäres, typisches Getränk, das man normalerweise nur im Winter erhält.

Salep – eigentlich verboten

Die große Beliebtheit ist aber auch ein Problem, denn die Orchideen sind durch die rücksichtslose Ernte in ihrem Bestand bedroht. In Europa ist der Handel mit Salep deshalb verboten, die meisten Orchideenarten stehen unter besonderem Schutz.

Instant oder Ekspres SalepIn der Türkei wird zur Zubereitung des Getränks kaum noch echtes Saleppulver verwendet. Zumeist kann man sogenanntes „Ekspres Salep“ kaufen, eine Art Instantpulver, das man mit heißer Milch anrührt. Wenn man die Zutatenliste genau studiert, wird man vor allem alternative Verdickungsmittel wie Tapioka statt Salep finden. Dem Geschmack tut das keinen Abbruch, der wird ohnehin mehr von Zucker und Zimt dominiert. Natürlich schmeckt selbst angerührter Salep, langsam unter ständigem Rühren gekocht und nach eigenem Gusto gezuckert und gewürzt besser, dem Artenschutz zuliebe sollte man dennoch auf echten Salep verzichten und zum Instantpulver mit Tapioka, Kartoffel- oder Maisstärke greifen.

Ich mag Salep besonders gern mit viel Zimt. Das schmeckt winterlich, aber nicht weihnachtlich.

Ein Spaziergang am Bosporus bei Wind und Wetter, danach eine heiße, cremige, süße Portion Salep im Teegarten mit Blick auf den Kontinent gegenüber und die nicht enden wollende Parade unterschiedlichster Schiffe, Fähren und Frachter – einfach perfekt.

Fotos: © Katja Tongucer

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestmail

6 Kommentare zu Salepzeit

  1. Hallo,

    ein sehr interessantes Getränk. Das habe ich mir selbst noch nicht gemacht. Vielen Dank für die Inspiartion.

    Kannst du ein gutes Teehaus in Istanbul empfehlen in dem es Salep gibt?

    lg Thomas

  2. Hallo Thomas,
    Salep gibt es im Winter in vielen Cafés, in den meisten Muhallebis, bei Mado, Saray, etc.
    Aber am besten schmeckt er in einem der Teegärten draußen. Am Bosporus oder im Gülhane Park, würde ich sagen. Muss man sich durchprobieren. 🙂

  3. Hallo Katja,

    Beim nächsten Mal in Istanbul werde ich das machen. Vielleicht finde ich inzwischen hier etwas ähnliches. Aber in einem guten Cafe schmeckt es doch einfach bei weitem besser.

    Mich wundert es , dass mir dein Blog bisher nicht aufgefallen ist. Du hast ein paar tolle Artikel geschrieben.

    lg Thomas

  4. Carola Baumgärtner // 13. Februar 2016 um 16:49 // Antworten

    Bin auch eine Salep-Verehrerin, Verzehrerin, gibt es eine HD oder Mannheim-Carfehaus
    Empfehlung ???

    Salam, Carola

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*