The Simple Life – ein Café am Bosporus

Kahve içer misin? Kaffee gefällig? Oder Tee?
Da kommt das kleine, improvisierte Café am Bosporus doch gerade recht.

Café in Bebek

Wenn in diesen Februartagen die Sonne in Istanbul scheint, liegt ein Gefühl von Frühling in der Luft. Viele Menschen zieht es dann an den Bosporus, sie sitzen auf Parkbänken, machen einen Spaziergang oder reihen sich in die Armee der Angler ein, die am Ufer ihrem Hobby nachgehen.

Auch wir haben neulich einen herrlich sonnigen Tag zu einem Spaziergang am Bosporus genutzt. Unser Weg führte uns auf der europäischen Seite von Kuruçeşme über Arnavutköy bis nach Bebek. Dort, gleich neben dem Ägyptischen Konsulat, das sich in einem der schönsten Gebäude am Bosporus befindet, gibt es einen kleinen Park. Wir waren von der Anstrengung und der Sonne durstig geworden und wollten uns ein paar Minuten ausruhen, bevor wir uns auf den Rückweg machten.

Café im Boot auf dem Bosporus

Da kam uns das kleine, improvisierte Café am Ufer des Bosporus sehr gelegen. Es ist ein typisches Beispiel für die Geschäftstüchtigkeit vieler Türken, die keine großen Investitionen oder Business-Pläne brauchen, um ein paar Lira zu verdienen. Sie nutzen, was sie haben und machen einfach.

So wie hier. Das Café hat keinen Namen, keine sanitären Anlagen, keine Speisekarte und vermutlich auch keine Genehmigung. Es besteht aus einem kleinen Fischerboot, zwei Männern und ein paar wackeligen Stühlchen. Aber es ist wie so oft in Istanbul: The location makes the difference.

Ein Café am Bosporus

Dieses Café, wenn man es überhaupt so nennen kann, ist so charmant, dass man stundenlang dort sitzen und den Tag verbummeln möchte. Allein die Blümchen auf den Tischchen zaubern ein Lächeln ins Gesicht. Das Café wird von zwei Männern betrieben. Fischer, vermutlich, die schon viel Wasser durch den Bosporus haben fließen sehen. Ihre Haut ist gegerbt von Sonne und Wind. Ihre Klamotten haben schon bessere Tage gesehen und sie würden sicherlich keinen Schönheitswettbewerb gewinnen. Einer steht in der Küche auf dem kleinen Fischerboot und kocht unermüdlich Tee oder türkischen Mokka. Der andere bedient die Gäste. Es ist faszinierend, ihm beim Balancieren über die schmale Planke zuzusehen. Hin und her. Mit Tee oder Kaffee in der Hand. Ein wenig wortkarg, aber immer aufmerksam und freundlich.

Zwei Kahve in Bebek

Wer hier die Nase rümpft und Bedenken bezüglich der Hygiene hat, der verpasst das alte, einfache, authentische Istanbul. Und davon gibt es leider nicht mehr viel.

Wir haben uns zwei türkische Mokka gegönnt.
Orta şekerli. Mittelsüß.

Und uns darüber gefreut, dass man im hippen, trendigen Bebek noch das echte Istanbul finden kann.

Fotos: © Katja Tongucer

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