Würdest du durch den Bosporus schwimmen?

Von Asien nach Europa, einmal quer durch den Bosporus. Verrückt. Oder?

Als am Sonntag ungefähr 1600 Menschen vom asiatischen Ufer im Istanbuler Stadtteil Kanlica in den Bosporus sprangen, um nach Europa zu schwimmen, kam ich nicht umhin, ihren Mut zu bewundern. Denn der Bosporus ist zwar nicht breit, aber tief. Und kalt. Und mittendrin und am Rand gibt es heftige Strömungen. Ganz abgesehen von dem Müll und den Trilliarden Quallen im Wasser. Nein, mich kriegen da keine zehn Pferde rein.

Doch es scheint für viele Menschen eine reizvolle Herausforderung darzustellen, einmal in Istanbul von Asien nach Europa zu schwimmen. Oder warum machen die das? Dazu haben sich in diesem Blogbeitrag zwei Schwimmerinnen geäußert, die in den Vorjahren ins kalte Nass gehüpft und tapfer die 6,5 Kilometer den Bosporus hinunter und hinüber geschwommen sind. Eine davon, Ines Balcik, war in diesem Jahr zum dritten Mal dabei. Ich bin beeindruckt.

JuliaundInes

Julia und Ines sind durch den Bosporus geschwommen.

Ines kenne ich aus meinem Netzwerk, genau wie Julia Dombrowski und Kerstin Funke, die in diesem Jahr auch mitgeschwommen sind. Alle drei haben das europäische Ufer erreicht und können sich jetzt stolz „Certified Crosscontinental Swimmer“ nennen. Glückwunsch!

„Erst fühlt man sich ein wenig wie Michael Groß, weil man in der Strömung so rasend schnell vorankommt. Und dann fühlt man sich wie in einem Albtraum, in dem man läuft und nicht von der Stelle kommt, denn aus der Strömung ans Ufer zu kommen, ist unglaublich hart.“

So beschreibt Julia ihr Abenteuer und erzählt, dass sie fast aufgegeben hätte. Denn wenn man nicht mehr kann, fischen dich die Helfer auf den vielen Begleitbooten auf ein Zeichen raus. Das war aber in Julias Fall nicht nötig. Sie hat’s geschafft und ist durch den Bosporus geschwommen.

KerstinFunke

Erschöpft, aber glücklich. Auch Kerstin hat’s geschafft.

Unter den Teilnehmern befand sich auch eine Gruppe junger Menschen aus Deutschland und der Schweiz, die mit dieser Aktion auf das Leid der Flüchtlinge aufmerksam machen wollen, die aus purer Not ihr Leben riskieren, um von Afrika nach Europa zu gelangen. Gleichzeitig sammelten sie Spenden für die Hilfsorganisation Watch the Med, die sich dieses Themas angenommen hat und über das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer informiert. Eine lobenswerte Aktion, wie ich finde, und ein Thema, das definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient hat.

Bosporusschwimmen in Istanbul

Volksfeststimmung im Zielbereich in Kuruçeşme am Bosporus

Das Bosphorus Cross-Continental Race fand in diesem Jahr zum 26. Mal statt. Das Event wird vom Nationalen Olympischen Komitee organisiert. Jeder kann sich anmelden, es gilt aber viele Hürden zu überwinden und Formulare, Zertifikate und Bescheinigungen einzureichen, bis man zugelassen wird. Die meisten Teilnehmer sind keine Profisportler. Es ist zu schaffen, eine gute Vorbereitung ist alles. Und Mut braucht es. Finde ich jedenfalls.

Und du? Würdest du durch den Bosporus schwimmen?

Fotos: © Katja Tongucer

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4 Kommentare zu Würdest du durch den Bosporus schwimmen?

  1. Nie im Leben würde ich das tun! Wasseransammlungen, die umfangreicher sind als eine Badewannenfüllung jagen mir Angst ein. Umso größer ist meine Bewunderung für die TeilnehmerInnen dieser Aktion – und natürlich für die “Certified Crosscontinental Swimmer”, die das Vorhaben auch geschafft haben. Gratulation!

  2. ich würde nie-nie-niemals den Bosporus durchschwimmen. ich muss schon aufpassen, dass ich nicht im städtischen Freibad untergeh`. 😉 und bin daher umso mehr beeindruckt was die Textinen so alles tun und können. :-)

  3. Respekt! Alleine schon wegen frillionen von Quallen,brrr! Meine Erstdurchquerung der „Nied“ Sommer 1959 mit gefühlten zigMetern Seerosenstengeln lassen mich mitfühlen.:-)

  4. Ich möchte auf jeden Fall daran teilnehmen . Ich liebe das Meer , ich liebe Istanbul und den Bosporus . Ich möchte auf jeden Fall von der asiatischen Seite zur europäischen Seite schwimmen. Ist einer der Dinge die auf meiner to do Liste stehen ..

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