3 Kilo Mandarinen

Die Mandarinenzeit hat begonnen.
Und ich habe mal wieder mehr gekauft als ich eigentlich wollte.
Unfreiwillig.

3 Kilo Mandarinen vom MarktMittwoch ist Markttag. Direkt um die Ecke, in einer kleinen Nebenstraße, bauen Obst- und Gemüsehändler ihre Stände auf, Fische, Käse- und Milchprodukte werden auch angeboten und ganz am Ende steht ein einsamer Stand mit Kurzwaren. Der Markt ist nicht groß, aber das macht ihn für mich sympathisch und überschaubar.

Jedes Mal freue ich mich über die Farben, die Vielfalt und Frische der Waren. Die Händler sind natürlich mit allen Wassern gewaschen und an jedem Stand wirst du behandelt, als seist du allein der wichtigste Kunde.

Gestern schlenderte ich auf dem Nachhauseweg wieder über diesen hübschen, kleinen Markt und schon wurde ich an einen Stand gewunken:

„Komm, Abla*, hier, die Mandarinen sind sehr gut, ganz süß, sehr gute Qualität!“

Flugs wurde mir eine halbe, saftige Mandarine in die Hand gedrückt. Sie schmeckte köstlich und für nur 3 türkische Lira das Kilo konnte ich natürlich nicht mehr „Nein“ sagen.

Zwei Kilo wollte ich haben und dann schnell nach Hause, damit ich nicht noch mehr aufgeschwatzt bekomme. Nun ist es leider so, dass mein Gehirn in solchen Situationen nicht richtig funktioniert. Immer wieder passiert es mir in der Türkei, dass ich mich so sehr aufs Reden und Verstehen konzentriere, dass ich beim eigentlichen Geschäft unaufmerksam werde und nicht auf Unstimmigkeiten reagiere. Auf dem Weg nach Hause ging es mir dann auf: Ich hatte 10 Lira bezahlt. Hm. 2 Kilo a 3 Lira? Das passt nicht. Die Tüte kam mir aber auch ziemlich schwer vor.
Zu Hause habe ich nachgewogen und war einerseits erleichtert. Es waren ein bisschen mehr als 3 Kilo Mandarinen in der Tüte. Ich hatte nicht zu viel bezahlt.

Andererseits ärgerte ich mich. Denn es passiert leider häufiger, dass die Marktleute mehr einpacken als man bestellt. So verkaufen sie natürlich mehr. Oder sie sind der Meinung, dass 2 Kilo Mandarinen für türkische Verhältnisse viel zu wenig sind, schließlich kann jederzeit eine Horde Verwandtschaft vor der Tür stehen und da muss man ja was anbieten können.

Einkaufen auf dem Markt muss ich jedenfalls noch üben. So viel ist sicher. Und an Vitaminen mangelt es uns in nächster Zeit auch nicht.

*Abla heißt große Schwester und wird oft und gerne als Anrede genutzt.

Foto: © Katja Tongucer

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