Die ideale Städtereise

Durchgeplant oder ins Blaue hinein? Schickes Hotel oder lieber unter Backpackern?
Mit Stadtplan auf eigene Faust oder geführte Tour? Ein Gastbeitrag von Angela Gaida.

Ein Gefühl für die Stadt

Im BasarAls ich mit Katja darüber sprach, welches Thema ich für diesen Gastbeitrag ich behandeln könnte, schlug sie vor: Erzähl doch mal, was für dich die ideale Städtereise ausmacht. Gute Idee – darüber habe ich in der Form noch nie nachgedacht.

Ich bin kein Fan von Am-Strand-Brutzel-Urlaub – eine fremde Stadt zu besuchen, finde ich viel spannender. Zu Studienzeiten kam es sogar ab und zu vor, dass ich am Wochenende zum Bahnhof lief und in die nächstbeste Stadt fuhr, die ich noch nicht kannte, um mich dort durch die Straßen treiben zu lassen. Was also macht die ideale Städtereise für mich aus?

Spontan würde ich sagen: Sie gibt mir ein Gefühl für die Stadt. Die organisatorischen Rahmenbedingungen sind mir dabei reichlich egal. Wie ich anreise, wie das Hotel ausgestattet ist, organisiertes Ausflugsprogramm oder auch nur ein gedruckter Reiseführer: alles nebensächlich bis überflüssig. Einfach nur freie Zeit, um – maximal mit einem Stadtplan ausgestattet – durch die Straßen zu streifen, und mein ganz eigenes Gefühl für die Stadt zu entwickeln, für ihren Geschmack, ihren Duft, ihren Charakter. Eben ein besonderes Gefühl, das ich mit ihr verbinde.

Rom, Paris und London

Meine erste Städtereise, wenn man das so nennen will, war ein eintägiger Besuch in Rom. Es war 1994, ich war das erste Mal mit Schulfreunden im Urlaub, in Rom hatten wir einen Tag lang Aufenthalt. Auf der Rückreise aus einem winzigen Urlaubskaff an der italienischen Stiefelsohle, wo außer uns nur Italiener Urlaub machten und ich, blond und bleich, gefühlt die größte Attraktion war. Der Zug spuckte uns morgens in die Stadt, und wir wanderten die üblichen Sehenswürdigkeiten ab. Hängen geblieben ist ein Gefühl von warmen, alten Steinen, gelborangeocker und unglaublich vielen Menschen auf Motorrollern.

Paris dagegen ist mir eher unsympathisch im Gedächtnis geblieben. Es war überall so schrecklich laut! Jede Sehenswürdigkeit ruhte (gefühlt) auf einer Insel, umtost von mehrspurigen Autobahnen. Und wo man nicht Gefahr lief, von Autos überrollt zu werden, war es wahlweise voller Touristen oder es roch nicht besonders gut. Vielleicht hatte ich ja nur Pech, aber mein persönliches Gefühl zu Paris ist eher so … naja.

London dagegen verbinde ich vor allem mit dem Adjektiv „klein“, im positivsten Sinne. Schnuckelig. Greifbar. Erwanderbar. Wir hatten nur einen Tag dort, wollten so viel wie möglich von der Stadt sehen, was zu Fuß leicht möglich war. Drei Querstraßen weiter fing ja immer schon das nächste Viertel an, und ehe wir es recht bemerkten, hatten wir alles abgelaufen, was uns interessiert hatte.

Istanbul aus zweiter Hand

Ich würde hier nun gern einen Absatz zu Istanbul anfügen. Leider kann ich das nicht, denn Istanbul kenne ich nur aus zweiter Hand. Mein Mann war einmal dort, lange bevor er mich kannte, brachte Bilder mit und erzählte Geschichten. Von den Händlern mit den bunten Gewürzbergen im großen Basar, deren Duftwolken ich mir kaum vorstellen kann. Oder von dem Taxifahrer, der prima Deutsch sprach, dem man aber deutlich anhörte, dass er das bei den Schwaben gelernt hatte.

Welches Gefühl wird mir Istanbul vermitteln, wenn ich es einmal persönlich besuche? Ich bin sehr gespannt darauf!

Foto: ©Wolfgang Gaida

Logo TexttreffJedes Jahr um die Weihnachtszeit beschenken sich zahlreiche Bloggerinnen aus dem wunderbaren Netzwerk Texttreff gegenseitig mit Blogbeiträgen. Wer wen beschenken darf, wird ausgelost. Auch istanbul:er:leben hat bei der Blogwichtelei mitgemacht und wurde von Marketingcoach Angela Gaida mit diesem schönen Beitrag bedacht. Vielen Dank, liebe Angela.

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