Maşallah, maşallah!

Mit Kindern unterwegs in Istanbul? Das ist trotz Kinderfreundlichkeit der Türken eine Herausforderung. Zum Glück gibt’s die Momcierge.

Große Schiffe am Strand von IstanbulEin Aufenthalt in Istanbul mit (sehr kleinen) Kindern ist nicht immer einfach. Das fängt schon bei den Reisevorbereitungen an. Welches Hotel ist geeignet, wo gibt es Windeln zu kaufen und kann ich mit dem Kinderwagen überall hin?

Besondere Bedürfnisse mit Kindern

Zunächst ist das Transportproblem zu lösen, da man meist nicht mit dem eigenen Auto anreist oder den Kindersitz selbst mitbringt. Zwar sind Kindersitze in der Türkei mittlerweile Pflicht, doch kann man nicht unbedingt davon ausgehen, dass der Mietwagen, der Flughafentransferbus oder das Taxi mit einem Kindersitz ausgestattet sind.

Viele Eltern sind bei dem mörderischen Verkehr in Istanbul verständlicherweise nicht glücklich darüber, wenn ihr Kind ohne Kindersitz transportiert werden soll.

Darüber hinaus hat man mit einem Kleinkind oft noch andere Bedürfnisse, auf die viele Hotels bei aller Kinderfreundlichkeit nicht eingestellt sind. Es braucht ein Beistellbett oder man weiß nicht, wie man das Fläschchen wärmen soll.

Hotel Momcierge

Hotel Momcierge LogoDiese Erfahrung hat auch die türkischstämmige Amerikanerin Sevil Delin gemacht – und sorgt nun mit ihrer Firma Hotel Momcierge für Abhilfe. Wenn Sie mit einem Kleinkind oder Baby nach Istanbul reisen, so können Sie über Momcierge alle nötigen Utensilien besorgen, den Transport im sicheren Kindersitz organisieren, einen Kinderwagen ausleihen und sogar vorab prüfen lassen, ob das gebuchte Hotelzimmer auch kindergeeignet ist. Außerdem bietet Momcierge auch Familienführungen durch Istanbul an oder stellt einen Babysitter zur Verfügung, der im Museumscafé auf das Kind aufpasst, während man selbst in Ruhe die Ausstellung ansehen kann.

Für alle erdenklichen Bedürfnisse, die Familien während ihres Aufenthalts in Istanbul haben könnten, findet Momcierge eine Lösung. Der Service wird auf Englisch und Türkisch angeboten, aber es stehen auf Wunsch auch deutschsprachige Babysitter zur Verfügung. Die englische Website von Hotel Momcierge hält außerdem viele Informationen für Familien bereit und eignet sich gut für die Vorbereitung auf Ihre Reise mit kleinen Kindern.

Kinderfreundlichkeit – seien Sie vorbereitet

Generell sind die Türken ein sehr kinderfreundliches Volk. Ein quäkendes Kind im Restaurant? Kein Problem. Da würde niemand tadelnd den Kopf schütteln. Kinder sind eben Kinder. Deshalb kann man in vielen Situationen mit Kindern in Istanbul wesentlich entspannter sein, als in anderen Ländern.

Kleine Touristen als TeppichhändlerIst man mit Kindern unterwegs, muss man sich aber darauf einstellen, dass völlig unbekannte Menschen ein verzücktes „Maşallah, maşallah!“ von sich geben und den kleinen Touristen über den Kopf streichen – besonders wenn das Kind helle oder lockige Haare hat. Deutsche Eltern empfinden das oft als unzulässige Grenzüberschreitung. Für mich als Deutsche ist das verständlich und nachvollziehbar. Es ist aber meist nichts weiter als eine nett gemeinte Geste und vielen Türken ist gar nicht bewusst, dass sie damit den Unmut der Eltern auf sich ziehen könnten.

Abenteuer IstanbulSchlendert man mit Kindern durch die Einkaufsstraßen oder den Basar, kann es passieren, dass sie von Ladenbesitzern kleine Glücksbringer – Nazar Boncuks – geschenkt oder angesteckt bekommen. Das passiert aus reiner Freundlichkeit, ohne verdächtige Hintergedanken und man muss sich nicht verpflichtet fühlen, in den Laden zu gehen und etwas zu kaufen. Manchmal rufen die Verkäufer die Kinder auch in den Laden hinein, weil es im hinteren Bereich Babykatzen zu bestaunen gibt. Auf diese Weise wird eine Reise nach Istanbul für größere Kinder schnell zum ereignisreichen Abenteuertrip. So viel Aufmerksamkeit sind sie in diesen Situationen meist nicht gewohnt.

Natürlich muss man aufmerksam bleiben und darf auch deutlich machen, wenn die kinderbegeisterten Türken zu aufdringlich werden. Aber wenn man sich über diese Verhaltensweisen zu sehr wundert oder gar ärgert, kann der Aufenthalt in Istanbul mit Kindern schnell zur unangenehmen Erfahrung werden. Versuchen Sie deshalb immer im Hinterkopf zu behalten, dass die Gesten und Aufmerksamkeiten, mit denen die Kinder bedacht werden, einfach nur nett gemeint und in der türkischen Kultur völlig normal sind. Dann kann man wesentlich entspannter durch die Straßen bummeln und sich über die Kinderfreundlichkeit der Türken vielleicht sogar ein wenig freuen.

Fotos: © Katja Tongucer / Logo: © Momcierge

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2 Kommentare zu Maşallah, maşallah!

  1. Super geschrieben und außergewöhnlich praktisch, da vorige Woche unsere Tochter Ada in Istanbul geboren wurde. Ich dachte gar nicht, dass Kindersitze schon pflicht sind, denn ich habe sie nur sehr selten gesehen. Für die Fahrt vom Krankenhaus nach Hause haben wir ihn schon gebraucht.

    Eine Baby-Ausstatter-Kette ist Mothercare, in vielen Shopping Centern verfügbar. Supermärkte, auch kleine, haben in der Regel Pampers, feuchte Tücher und andere wichtige Artikel im Sortiment. In einem Laden sah ich sogar Hipp-Konserven.

    Eine Gewohnheit der Türkinnen ist es auch, „an den Bäckchen zu naschen“, also mit den Fingern die Backe berühren und dann das Süße naschen. Einmal standen wir mit Freunden und deren Baby auf der Straße und es kam eine Verkäuferin aus einer Bäckerei gelaufen, nur um zu naschen. Meistens ist das sehr süß.

  2. Sehr informativer und auch hilfreicher Text. Zwar reise ich nicht mehr mit (Klein)Kind, aber wenn würde ich Deinen Empfehlungen folgen. Und was Dein Bericht wieder deutlich zeigt … einfach mal loslassen und sich auf die Gebräuche eines fremden Landes einlassen und nicht gleich immer hinter jeden nett gemeinten Geste einen Angriff auf die eigene Geldbörse vermuten.

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